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Ein Blick hinter die Kulissen

Haben Sie sich schon mal gefragt, welchen Weg das Saatgut hinter sich hat, bevor es beim Landwirt auf dem Acker endlich gedeihen kann? Ein genauerer Blick hinter die Kulissen zeigt, wie aufwändig die Bereitstellung von hochwertigem Saatgut ist und welche einzelnen Stufen es durchläuft, bis es abgesackt und an den Landwirt verkauft wird.

Saatgut ist ein anspruchsvolles Produkt

Aus den wenigen Pflanzen einer neuen Sorte eines Züchters muss ausreichend Saatgut für die Landwirtschaft erzeugt werden. Das allein ist schon eine große Herausforderung. Denn Saatgut ist nicht auf Knopfdruck lieferbar. Das Pflanzenwachstum dauert je nach Kulturart beispielsweise von fünf Monaten bei Sommergetreidearte bis zu elf Monaten bei Raps und Wintergetreide. Saatgut kann auch nicht unbegrenzt gelagert werden, da Qualität und Keimfähigkeit ansonsten leiden. Oftmals übernehmen spezialisierte Vertriebsunternehmen die Vermehrung. Wenn es darum geht, Zeit zu gewinnen, wird auch mal im Ausland vermehrt. Die unterschiedlichen Klimazonen helfen dabei, Saatgut zu erzeugen, wenn hierzulande die Natur im Winter ruht.

Saatgut ist sensibel. Eine falsche Lagerung mindert Qualität und Keimfähigkeit und führt im schlimmsten Fall dazu, dass wertvolles Saatgut entsorgt werden muss. Zudem gilt es, die Einschleppung von am Saatgut haftenden Krankheiten oder Bakterien vermeiden. Deswegen müssen die Saatgutvermehrer und Saatguthändler eine Vielzahl rechtlicher Vorschriften auf nationaler, EU- und weltweiter Ebene beachten. Die Menschen, die mit Saatgut handeln, sind echte Experten.

Saatgut muss sofort verfügbar sein

Während Händler und Züchter die Saatgutproduktion langfristig, mindestens zwei Jahre im Voraus planen und die Aufbereitung sorgfältig durchführen, muss die Auslieferung häufig innerhalb kürzester Zeit erfolgen. Ein Anruf des Landwirts beim Landhändler, und das Saatgut muss innerhalb der nächsten 48 Stunden beim Landwirt sein. Witterungsbedingte Versorgungsengpässe aus dem Vorjahr gelten in dem Moment nicht, in dem das Wetter optimal für die Aussaat ist. Um etwaige Engpässe zwischen Angebot und Nachfrage abzupuffern, übernimmt der Großhändler eine zentrale Rolle. Mit seiner schlagkräftigen Logistik und einem hohen Maß an Dienstleistung liefert er „just in time“ das gewünschte Saatgut.

Der Portionierer und Trendsetter

Entsprechend vorausschauend kauft der Großhändler große Partien aus dem Sortenportfolio unterschiedlichster Züchter ein, lagert die Ware im Vermarktungsgebiet und stellt sie einzelhandelsbedarfsgerecht dem Landhandel zu. Er trägt damit auch ein großes Risiko. Werden die eingekauften Sorten auch nachgefragt? Was empfehlen örtliche landwirtschaftliche Beratungsstellen und wie wird das Wetter zum Zeitpunkt der Aussaat? Die Großhändler in Deutschland bauen dabei auf ihre Erfahrungen. Sie greifen Trends schnell auf und können mit ihrem Informationsvorsprung ihre Kunden – den Landhandel – auf Marktveränderungen vorbereiten und jederzeit beraten. Durch diese Fachexpertise bildet sich über die Jahre ein echtes Vertrauensverhältnis, damit der Landwirt mit hochwertigem Saatgut beliefert werden kann.