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Blühende Kunstwerke als kleines Dankeschön

Zierpflanzenzüchtung sorgt für bunte Vielfalt am Muttertag

Bonn, 8. Mai 2013. Seit der griechischen Antike kennt man den Brauch, einen Tag im Jahr als Ehrentag der Mütter zu würdigen. Diese Tradition geriet mit dem Untergang des griechischen Reiches in Vergessenheit, tauchte aber in vielen Kulturen immer wieder auf. Der Muttertag, wie er uns vertraut ist, am zweiten Sonntag im Mai, wurde 1914 von Anna Jarvis, einer bekannten Frauenrechtlerin in den USA eingeführt. Nicht nur in Deutschland, sondern in vielen Ländern weltweit hat sich der Muttertag fest etabliert – und das liebste Geschenk zu diesem Tag sind Zierpflanzen, die dank erfolgreicher Pflanzenzüchtung heutzutage in großem Farben- und For-menreichtum zur Verfügung stehen.

Im Mai sind die letzten Spuren des Winters von der Sonne fortgewischt, die Lebensgeister erwachen und die Freude über bunte Blumen für Haus, Garten oder Balkon ist groß. Was liegt also näher, als Blumen zum Muttertag zu verschenken? Zierpflanzen sind in ihrer Schönheit und Vielfalt seit jeher etwas Besonderes und Wertvolles. Dass zu diesem Anlass ausreichend Zierpflanzen aller erdenklichen Farben und Formen blühen, setzt pflanzenzüch-terische und logistische Meisterleistungen voraus. Denn im Gegensatz zu anderen Branchen sind die Produkte nicht auf Knopfdruck fertig. Zudem erwartet der Verbraucher immer Neues, Ausgefallenes und Besonderes in hoher Qualität. „Jede Pflanzensorte oder -art benötigt gewisse Wachstumszeiten und hat ganz individuelle Ansprüche an die Produktion“, sagt Dr. Carl-Stephan Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter e. V. (BDP). „Die Zierpflanzenzüchter sorgen zudem mit mehr als 10.000 auf EU-Ebene zugelassenen Sorten für eine enorme Vielfalt.“

Ästhetik, Qualität und Know-How

Die Züchtung – der Ursprung einer Sorte – findet häufig in Deutschland statt. In langjährigen Prozessen verändern und verbessern die Züchter kontinuierlich Farbe, Form und Größe der Blüten sowie die Blühdauer, Krankheitsresistenzen und Stresstoleranzen. Jedes Jahr führen sie zehntausende Kreuzungen durch und wählen unter den Hunderttausenden von Nach-kommen die erfolgversprechendsten Pflanzen aus. Die Pflanze muss in ihrem gesamten Aufbau ein harmonisches Ganzes ergeben. „Die Züchtung ist wie Kunst: Die Vereinigung der verschiedensten Merkmale ergibt nach langer Arbeit das Gesamtkunstwerk – eine prächtig blühende Zierpflanze“, erklärt Schäfer. „Die Zierpflanzenzüchter müssen dabei sowohl die Anforderungen der Verbraucher als auch der Produzenten und des Handels berücksichtigen.“ Zum Beispiel ist Trockenstresstoleranz bei Zierpflanzen ein gefragtes Züchtungsziel. Untersuchungen in Forschungsprojekten zeigen, dass verschiedene Sorten unterschiedliche Strategien für das Überleben bei Wasserknappheit einsetzen. Dieses Wissen möchten die Zierpflanzenzüchter nutzen, um künftig auf allen Produktionsstufen den Wassereinsatz redu-zieren zu können und die Vitalität der Zierpflanzen noch weiter zu erhöhen.

Logistische Meisterleistung

In der Produktionskette werden die kleinen Pflänzchen aus Saatgut oder aus Sprossteilen (Stecklinge) der Mutterpflanzen angezogen, in Jungpflanzenbetrieben weiterkultiviert und schließlich europaweit an Gärtner vermarktet. Teilweise findet die Produktion der Mutter-pflanzen in unterschiedlichen Regionen der Welt statt, um bessere klimatische Bedingungen zu nutzen. Letztendlich sollen zum Festtag möglichst viele verschiedene Sorten und Arten der bunten Schönheiten in voller Pracht in den Regalen und Schaufenstern stehen. Zier-pflanzenzüchter planen weit im Voraus: Während der Verkauf der fertigen Zierpflanzen an-lässlich des Muttertags beginnt, laufen gleichzeitig schon die Vorarbeiten für die Produktion von Weihnachtssternen auf Hochtouren.

Fakten zur Branche:

Hierzulande züchten etwa 50 Unternehmen Zierpflanzen. Ein Anzeichen für die bunte Vielfalt und die Innovationskraft der Zierpflanzenzüchter, die bereits Mitte des 18. Jahrhunderts in Deutschland begann, sind die derzeit über 10.700 geschützten Zierpflanzensorten in über 1.300 Gattungen auf europäischer Ebene. Allein 1.723 Sorten stammen aus Deutschland. Die Zierpflanzenzüchter in Deutschland züchten für alle wichtigen Weltmärkte mit Schwerpunkt Europa und Nordamerika. Bei bestimmten Arten z. B. bei Geranien und Knollenbegonien sind einzelne deutsche Unternehmen führend. Der Umsatz des gesamten inländischen Marktes liegt bei 8,6 Milliarden Euro jährlich zu Einzelhandelspreisen. Der Wert der Inlandserzeugung liegt bei 50 Prozent. Beet- und Balkonpflanzen haben daran mit 76 Prozent den größten Anteil.

 Graphik: Erfolgsstory Zierpflanzenzüchtung in Deutschland (240 KB)


Kontakt
:
Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V.
Dorothe Heidemann
Kaufmannstraße 71-73, 53115 Bonn
Tel. 02 28/9 85 81-29, Fax -19, E-Mail: dheidemann@bdp-online.de
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