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Züchtungserfolg Zierpflanzen

Ob im Garten oder auf dem Balkon, ob am Straßenrand oder im Park, ob als Liebeserklärung oder als Genesungsgruß: Blumen verschönern unser Leben. Ihre Erscheinungsformen – seien es Zimmer-, Balkon-, Kübel-, Schnittpflanzen, in Zierstauden, -gräsern und -gehölzen – sind dabei umfangreich und werden dank Züchtung und neuer Trends immer vielfältiger.

Zu den ältesten Zierpflanzen gehören Chrysanthemen, Lilien, Lobelien, Oleander und natürlich Rosen. Wer neue Zierpflanzen für den Garten sucht, wird heute wegen der dekorativen Blätter, Blüten, Früchte und Stängel auch beim Gemüse fündig, das sich wegen seiner Farben und Formen hervorragend mit Blumen kombinieren lässt.

Züchtung ist wie Kunst

Die Züchter sind kompetente und leistungsfähige Partner des Gartenbaus. Sie erfüllen die Anforderungen der nachgelagerten Kette – angefangen bei der Saatgutproduktion bzw. der Stecklingsvermehrung über den Jungpflanzenbetrieb bis hin zur Gärtnerei bzw. zum Einzelhandel und letztendlich auch zum Endverbraucher – und verbessern die Sorteneigenschaften. Jedes Jahr führen die Zierpflanzenzüchter daher zehntausende Kreuzungen durch und wählen unter den Hunderttausenden von Nachkommen je nach Züchtungsziel die mit den kräftigsten Farben, der schönsten Blütenform und der längsten Blühdauer aus. Züchtung ist wie Kunst: Die Vereinigung der verschiedensten Merkmale ergibt nach langer Arbeit das Gesamtkunstwerk – eine prächtig blühende Zierpflanze.

In Deutschland begann die züchterische Bearbeitung von Zierpflanzen bereits Mitte des 18. Jahrhunderts. Seitdem entwickeln sich die Zierpflanzenmärkte ständig weiter. Hierzulande züchten etwa 50 Unternehmen Zierpflanzen. Ein Anzeichen für die bunte Vielfalt und die Innovationskraft der Zierpflanzenzüchter sind die derzeit über 10.100 geschützten Zierpflanzensorten in über 1.300 Gattungen auf europäischer Ebene. Rund 1.700 Sorten stammen aus Deutschland. Die Zierpflanzenzüchter in Deutschland züchten für alle wichtigen Weltmärkte mit Schwerpunkt Europa und Nordamerika. Bei bestimmten Arten, z. B. bei Geranien und Knollenbegonien, sind deutsche Unternehmen führend.

Neue Zierpflanzen für neue Trends

Wie die Mode entwickelt sich auch der Geschmack bei Zierpflanzen stets weiter. Auch wenn die Rosen, Chrysanthemen und Lilien niemals aus der Blumenwelt wegzudenken sind und seit Generationen die Herzen der Menschen erfreuen, so verändert sich der Anspruch an die Zierpflanzen weiter. Die große Herausforderung ist es für die Züchtung, Trends frühzeitig zu erkennen und neue Zierpflanzen zu entwickeln, die exklusiven ausgefallenen Ansprüchen ebenso gerecht werden, wie alltägliche Wünsche zur Begrünung des Gartens bzw. Balkons.

Züchter, Jungpflanzenbetriebe und Gärtner arbeiten Hand in Hand

Dass über das ganze Jahr hinweg Zierpflanzen in Gärten, Gewächshäusern oder im Einzelhandel blühen und zu bestimmten Festtagen wie Muttertag, Ostern oder Weihnachten die große Nachfrage nach Blumen gedeckt werden kann, setzt eine logistische Meisterleistung voraus. Denn Pflanzen blühen nicht auf Knopfdruck. Während beispielsweise der Verkauf der blühenden Blumen anlässlich des Muttertags im Mai losgeht, laufen gleichzeitig die Vorarbeiten für die Bereitstellung von Weihnachtssternen auf Hochtouren.

In der Produktionskette werden nach erfolgreicher Züchtung zunächst kleine Pflänzchen aus Saatgut (generativ) oder aus Sprossteilen (vegetativ) neuer Sorten angezogen, in Jungpflanzenbetrieben weiterkultiviert und schließlich an den Gärtner vermarktet. Manchmal findet die Produktion in unterschiedlichen Regionen der Welt statt, um bessere klimatische Bedingungen zu nutzen. Die Züchtung – der Ursprung einer Sorte – findet dagegen häufig in Deutschland statt. Hier arbeiten Wissenschaftler, Züchter und praktische Gärtner gemeinsam, um unsere Lebensräume der Zukunft noch schöner zu gestalten.