Norman Borlaug (1914 - 2009)

Vater der Grünen Revolution (Nobelpreisträger)

Als Sohn einer amerikanischen Bauernfamilie wurde dem 1914 in Iowa geborenen Norman Borlaug das Interesse für die Landwirtschaft quasi in die Wiege gelegt. Das nahezu vorhersehbare Studium der Forst- und Agrarwissenschaften an der University of Minnesota schloss er 1941 mit einer Dissertation über die Variabilität pflanzlicher Schaderreger ab. Die zu dieser Zeit v.a. in Südamerika herrschende Armut und Nahrungsmittelknappheit waren sein Antrieb, nach verschiedenen wissenschaftlichen Stationen an Universitäten und in der Wirtschaft 1944 nach Mexiko zu gehen, um im Auftrag der Rockefeller-Stiftung die Bauern vor Ort zu unterstützen und die Situation in der Landwirtschaft zu verbessern. Als Leiter der Weizenabteilung des Internationalen Mais- und Weizenveredelungszentrums verbrachte er mit seinen MitarbeiterInnen viel Zeit auf den Feldern, um ertragreichere Weizensorten zu entwickeln. Aus dieser angewandten Forschung heraus entstanden Sorten, die u.a. widerstandsfähiger gegen regionale Schadpilze waren. In Kombination mit künstlichen Dünger bildete der angebaute Weizen nun deutlich ertragreichere Ähren aus, die für die langen und dünnen Halme jedoch zu schwer waren und umknickten. Borlaug und sein Team reagierten drauf mit der Entwicklung sogenannter Kurzstrohsorten, deren Halme kurz und dick und damit kräftig genug waren, schwere Ähren bis zur Ernte zu tragen. Mit diesen Sorten veränderte sich die landwirtschaftliche Situation nicht nur in Mexiko zusehends. Auch in Indien und Pakistan, wo dieser Weizen seit 1962 angebaut wird, konnten die Erträge innerhalb von zehn Jahren auf fast das Dreifache gesteigert werden und brachten ihm Anerkennung als „Vater der grünen Revolution“ ein. Für seine Verdienste im Kampf gegen den Welthunger wurde Borlaug 1970 mit dem Friedensnobelpreis geehrt. "Mehr als jede andere Person unserer Epoche hat er geholfen, Brot für eine hungrige Welt herbeizuschaffen", urteilte das Komitee.

Quelle: Wikipedia 

Weitere Visionärinnen und Visionäre

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Faszinierende Frauen haben die Pflanzenzüchtung geprägt. 1983 erhielt Barbara McClintock den Nobelpreis für ihre Entdeckung springender Gene bei Mais.

Rimpaus Studien zum Blühverhalten unterschiedlicher Getreidearten führten 1888 zur ersten vermehrungsfähigen Kreuzung aus Weizen und Roggen - Triticale.

Matthias Christian Rabbethge erkannte bereits 1847, dass ein hoher Zuckergehalt in der Rübe Voraussetzung für eine rentable Zuckerrübenproduktion ist.

Schon früh selektierte von Lochow nicht mehr nur auf einzelne Pflanzenmerkmale sondern suchte nach Kombinationen mehrerer wünschenswerter Eigenschaften.

Wawilow war ein Pionier der biologischen Vielfalt. In der ganzen Welt sammelte er Pflanzensamen und gründete die erste Genbank.

Ingo Potrykus brachte via Gentransfer ein Gen der Narzisse in Reis ein. Dadurch bildet dieser Reis Carotinoide, die im Körper zu Vit. A umgewandelt werden.

1953 gelang es Watson und Crick erstmalig, die Struktur der Erbsubstanz DNA modellartig nachzubilden und deren Doppelhelixstruktur sichtbar zu machen.

Mit der Züchtung erster Hybridreissorten in den 1970er Jahren hat Yuan Longping die Ernährungssituation in seinem Heimatland China entscheidend verbessert