Yuan Longping (1930-2021)

Züchter des Hybridreis

In der westlichen Welt weitgehend unbekannt, wird Yuan Longping in der asiatischen Welt als „Vater des Hybridreises“ verehrt. Er hat die Reiszüchtung revolutioniert und damit die Ernährungssituation mit dem wichtigen Grundnahrungsmittel stabilisiert. Angetrieben von heftigen Hungersnöten in seinem Heimatland China verschrieb sich Yuan Longping Anfang der 1950er Jahre dem Ziel, die Nahrungsmittelproduktion zu verbessern. Nach ersten züchterischen Versuchen mit Süßkartoffeln und Weizen, die für die Landwirtschaft Chinas allerdings eine untergeordnete Bedeutung haben, entschied er sich für Reis als Forschungsobjekt und war erfolgreich. Er war der erste Wissenschaftler, der den sogenannten Heterosiseffekt bei Reis als selbstbefruchtende Pflanze beobachtete und dazu nutze, neue robuste Hybridreissorten zu züchten, die ihren Elternpflanzen ertragsmäßig bis zu 20 Prozent überlegen waren. Diese enorme Ertragssteigerung führte dazu, dass China innerhalb von nur drei Jahrzehnten seinen Versorgungsstatus von „Nahrungsmangel“ zu „Nahrungssicherung“ ändern konnte. Mittlerweile stammt ein Fünftel des globalen Reisvorkommens von Sorten, die aus jenem Hybridreis gewonnen wurden, der auf die Arbeit von Yuan Longping zurückgeht. Für seine bedeutende Leistung wurde er 2004 mit dem anerkannten World Food Prize ausgezeichnet. Bis zu seinem Tod in 2021 arbeitete er weiter an der Verbesserung von Reissorten, die z.B. einen reduzierten Gehalt an giftigen Schwermetallen aufwiesen, auch wenn sie auf belasteten Böden angebaut wurden.

Quelle: nature 

 

Weitere Visionärinnen und Visionäre

Vor 200 Jahren geboren, prägt Gregor Mendels Lebenswerk die Pflanzenzüchtung noch heute. Über 10.000 Kreuzungsversuche führte er im Klostergarten durch.

Mit „Die Veredelung der vier wichtigsten Getreidearten des kälteren Klimas“ begründete Kurt von Rümker die wissenschaftlich geprägte Pflanzenzüchtung.

Faszinierende Frauen haben die Pflanzenzüchtung geprägt. 1983 erhielt Barbara McClintock den Nobelpreis für ihre Entdeckung springender Gene bei Mais.

Rimpaus Studien zum Blühverhalten unterschiedlicher Getreidearten führten 1888 zur ersten vermehrungsfähigen Kreuzung aus Weizen und Roggen - Triticale.

Matthias Christian Rabbethge erkannte bereits 1847, dass ein hoher Zuckergehalt in der Rübe Voraussetzung für eine rentable Zuckerrübenproduktion ist.

Schon früh selektierte von Lochow nicht mehr nur auf einzelne Pflanzenmerkmale sondern suchte nach Kombinationen mehrerer wünschenswerter Eigenschaften.

Wawilow war ein Pionier der biologischen Vielfalt. In der ganzen Welt sammelte er Pflanzensamen und gründete die erste Genbank.

Ingo Potrykus brachte via Gentransfer ein Gen der Narzisse in Reis ein. Dadurch bildet dieser Reis Carotinoide, die im Körper zu Vit. A umgewandelt werden.

Die Züchtung robuster Getreidesorten revolutionierte die Nahrungsmittelproduktion der Entwicklungsländern und brachte Borlaug den Friedensnobelpreis ein.