Was passiert im August?
Im August wird die Ernte in vielen Regionen abgeschlossen. Auf den Zuchtstationen beginnt nun die sorgfältige Saatgutaufbereitung: Die Körner werden getrocknet, gereinigt, sortiert und für spätere Aussaaten dokumentiert. Im Labor werden Qualitätsparameter analysiert, etwa Eiweißgehalt, Stärkeverteilung oder Eigenschaften, die entscheidend für die spätere Verwendung in Brot, Bier oder anderen Lebensmitteln sind. Diese Ergebnisse entscheiden, welche Linien weitergeführt werden.
Besonders im Getreidebereich ist diese Phase entscheidend für die spätere Zulassung: Nur Linien, die sich für Back-, Brau- oder andere Verarbeitungszwecke eignen, haben eine Chance auf den Markt. Gleichzeitig werden die Felddaten der Ernte digitalisiert und mit Vorjahren verglichen. So lässt sich beurteilen, welche Linien tatsächlich stabile Leistungen über mehrere Standorte und Jahre hinweg zeigen.
Parallel beginnt bereits die Vorbereitung auf das neue Jahr: Saatgut wird abgewogen, etikettiert und teilweise bereits versendet – an Prüfstellen, Forschungspartner oder für den eigenen Anbau. In einigen Kulturarten wie Triticale oder Winterhafer startet sogar schon die Vermehrung neuer Generationen im Gewächshaus.
Obwohl das Zuchtjahr gefühlt gerade erst abgeschlossen ist, laufen die Vorbereitungen für den nächsten Zyklus bereits auf Hochtouren. Pflanzenzüchtung ist ein kontinuierlicher Prozess. Jeder Monat, jede Entscheidung, jede Kreuzung baut auf dem auf, was zuvor erarbeitet wurde.












