Was passiert im Juli?
Der Juli markiert den Beginn der Erntezeit – und ist zugleich ein besonders datenintensiver Monat. Viele Getreidearten erreichen jetzt ihre volle Reife. In den Versuchsparzellen erfolgt die Ernte häufig per Hand oder mit Parzellenmähdreschern, um jede Zuchtlinie separat auszuwerten. Dabei geht es nicht nur um den Kornertrag, sondern auch um wichtige Qualitätsparameter wie Hektolitergewicht, Fallzahl oder Korngröße.
Parallel dazu laufen auf nationalen und internationalen Prüfstandorten umfangreiche Bonituren. Dabei erfassen die Züchterinnen und Züchter Merkmale wie Standfestigkeit, Ährengesundheit oder Reifeverhalten sehr genau, selbst unter Zeitdruck und sommerlicher Hitze. Gleichzeitig beginnen im Juli die Sommerkreuzungen für Hybridverfahren, etwa bei Hybridroggen. Diese Arbeit ist besonders anspruchsvoll: Die Elternpflanzen müssen genau zum richtigen Zeitpunkt in Blüte stehen, jede Bestäubung erfolgt von Hand, und alle Kreuzungen werden sorgfältig dokumentiert. Nur durch diese präzise Organisation lassen sich die genetisch reinen Linien erzeugen, die später die Grundlage für leistungsfähige neue Sorten bilden.
Im Feld erfolgt außerdem die sogenannte Bereinigung der Parzellen: Sortenfremde Pflanzen werden entfernt, um die Reinheit der Linien zu sichern. Der Juli ist damit ein Monat intensiver Arbeit, aber auch der ersten Erfolge – sichtbare Ergebnisse eines Jahres Zuchtarbeit.












